Coaching via Skype

Innerhalb Hamburgs oder aus dem Hamburger Umland in die Stadt sind die Wege manchmal so weit oder so ungünstig zurückzulegen, dass für den Coachee eine Anfahrt von über einer Stunde keine Seltenheit ist. Dass dieser Zeitaufwand allerdings in keinem Verhältnis zu einer Stunde Coaching steht, zumal ja auch noch der Rückweg angetreten werden muss, kann man sich problemlos vorstellen.

In solchen und ähnlichen Fällen bietet sich ein Coaching per Skype an. Falls realisierbar findet der erste Termin gerne „live“, das heißt in meinen Räumlichkeiten, statt, damit ein Kennenlernen im echten Leben möglich ist. Für alle weiteren Termine treffen wie uns dann am Computer, auf dem ein Skypezugang vorhanden sein muss, sowie Lautsprecher installiert sein sollten, damit eine Kommunikation möglich ist. Eine Webcam wäre wünschenswert, ist aber nicht unbedingt nötig.

Coaching per Skype

eignet sich z.B. bei…

  • weiten Wegen innerhalb Hamburgs
  • ungünstigen Verkehrsverbindungen
  • dicht getacktetem Terminkalender
  • ansteckenden Erkrankungen
  • Verstauchungen & Brüchen

ist interessant für…

  • Kinder/Jugendliche ab etwa 10 Jahren
  • Computerfreaks
  • Auswärtige
  • eigentlich alle

 Meine Skype-ID: tomkemuellercoaching

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Hochbegabte können doch eh alles!

Nö. Warum sollten sie? Und vor allem: wie sollten sie??? Schließlich sind sie auch nur Menschen. Zugegebener Maßen denken sie scheinbar schneller, können sich das Gehörte/Gelesene leichter und nachhaltiger merken, können es abrufen und in neuen Kontexten verknüpfen und brauchen einfach weniger Wiederholungen, bis sie etwas verstanden und internalisiert haben. Aber alles können? Nein, das können sie definitiv nicht.

Auch Hochbegabte haben ihre Schwächen, tatsächlich haben manche sogar eine LRS oder eine Dyslexie, der ein oder andere kann möglicherweise nicht rechnen oder hat Schwierigkeiten in der Handlungsplanung (in den USA nennt man dieses Zusammentreffen mehrerer Phänomene „twice exceptional“). Alles ganz normal also. Schwierig wird das Ganze nur, wenn einem Hochbegabten von außen das Recht auf Fehler oder Schwächen nicht zugestanden wird. Dann verweigern einige allein schon den Versuch, etwas zu schaffen.

Oder wenn es darum geht, eine gewisse Routine zu entwickeln, die in manchen Bereichen wie dem Schreiben einfach nötig ist. Müssen hier 40 A’s in Schönschrift geschrieben werden, verzweifelt so manches Kind an der Aufgabe, hat es doch schon längst kapiert, wie das A auszusehen hat. Vor lauter Unlust werden die A’s immer krummer und unleserlicher, was dann gerne zur Folge hat, dass noch mehr A’s geübt werden müssen, denn die Feinmotorik scheint ja noch nicht so geübt zu sein. Mein Vorschlag in einer solchen oder ähnlichen Situation: alterniert doch einfach die Aufgabe ein wenig! Aus den 40 A’s könnte man zum Beispiel ohne viel Aufwand 40 Wörter, die mit A beginnen machen oder aber eine Geschichte, in der 40 Wörter mit einem A vorkommen – je nach Durchhaltevermögen des Kindes🙂

Ich fände es übrigens ziemlich fatal, alles zu können. Das hieße ja, es gäbe für mich nichts mehr zu lernen oder zu verbessern. Und das wiederum würde für den Rest meines Lebens Langeweile bedeuten😮

Bildquelle: © meoc – Fotolia.com

So selten bin ich?!

Im begabungspädagogischen Coaching werde ich ab und an gebeten, dem Kind zu erklären, was Hochbegabung eigentlich ist, da der Testpsychologe das im Abschlussgespräch unterlassen oder nur mit den Eltern gesprochen hat oder es evtl. auch gar keines gab.

Zwar eignet sich sich eine Gauß’sche Glocke dafür zu zeigen, wo sich das Testergebnis einordnen lässt. Aber gerade jüngeren Kindern fehlt die Vorstellungskraft, sich 2-3% als Menge vorzustellen. Deswegen habe ich versucht, das Ganze mit Metaplankarten und Magneten zu verbildlichen. Je ein Kreis steht für 10 %, der gelbe Viertelkreis symbolisiert die 2-3 % Hochbegabte. So können die Coachees auf einen Blick sehen und verstehen, dass sie nicht falsch, sondern lediglich selten sind – eine wichtige Erkenntnis dabei, gut mit der eigenen Hochbegabung umgehen zu können.

LEGs – der Versuch von Fortschrittlichkeit

Wir haben November. Ein Grund, mal einen Blick auf die LEGs oder Lernentwicklungsgespräche zu werfen, die regelmäßig im November und April eines jeden Jahres statt finden. Ursprünglich fanden viele diese Gespräche gut und fortschrittlich, weil die Kinder mit einbezogen wurden. Meiner Erfahrung nach wird aber leider meistens nur über die Schwächen der Kinder gesprochen und aufgezeigt, was sie noch verbessern müssen, statt die Stärken zu stärken und mit deren Hilfe die Schwächen mitzuziehen. Auch fehlt den Lernvereinbarungen grundsätzlich die Konsequenz. Sowohl im Überprüfen der Maßnahmenumsetzung und Zielerreichung als auch in dem Falle, dass das Kind trotz Unterstützung seinen Teil der Vereinbarung nicht einhält. Das ist übrigens auch einer der Stolpersteine für Lehrer. Auch die schaffen es häufig nicht, ihren Teil dazu beizutragen, dass die Vereinbarungen funktionieren.

Im Coaching funktioniert das hingegen besser. Die Stärken der Kinder werden gesucht, bestärkt und genutzt um die weniger starken Bereiche zu stützen. Außerdem ist eine enge Begleitung in der Überprüfung der Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen und der Zielerreichung vorgesehen.

Interessant? Probiert es einfach mal aus. Gute Tipps findet Ihr dazu im Buch „Lernentwicklungsgespräche in der Grundschule: ein Praxisleitfaden. Anpassbare Kopiervorlagen in Word“ von Hanna Hardeland. Das Buch erscheint im Februar 2017.

Lerncoaching entlastet die Familie

Lerncoaching für den Familienfrieden? JA! Tatsächlich ist eines der häufiger genannten Anliegen seitens der Eltern der Coachees, wieder mehr Zeit für sich oder die ganze Familie zu haben, statt gefühlt endlose Stunden damit zu verbringen, mit dem einen Kind zu lernen.

Der gesellschaftliche und auch der eigene Anspruch verleitet manche Eltern dazu, ihrem Kind etwas Gutes tun zu wollen und es mit dem Lernen dabei doch zu übertreiben. Bis zu fünf Stunden täglich übte ein 11jähriger Coachee für Arbeiten! Und doch blieben die gewünschten Resultate aus. Im Gegenteil, die Zensuren wurden eigentlich eher schlechter denn besser. Eine andere Familie konnte nicht mehr in Frieden miteinander zu Abend essen, weil durch das beaufsichtigte Lernen die familiäre Atmosphäre so vergiftet war – der Sohn fand, er müsse viel zu viel lernen, die Eltern waren der Meinung, er sei nicht ausreichend schnell und mache zu viele Fehler, so dass die tägliche Lernzeit oft noch verlängert wurde, um befriedigendere Ergebnisse zu erzielen.

Vor lauter Verzweiflung, dass „es“ nicht klappt, verliert man als Elter schnell mal aus dem Blick, dass Kind sich eigentlich bestenfalls eine Stunde konzentrieren kann. Dass auch Entspannung, Spielen und Blödsinnmachen zum Lernen dazu gehört, ja eigentlich sogar eine Voraussetzung für nachhaltiges Lernen ist.

Ein Lerncoach als neutraler Beobachter kann hier weit besser als die Beteiligten dabei helfen, eine neue Linie ins Lernen hinein zu bringen und sowohl Lernstrategien als auch Lernpläne zu generieren und zu implementieren, die den Familienfrieden wieder herstellen und plötzlich viel neu gewonnene Freizeit verursachen. Oft ist das weniger eine Arbeit des Kindes am eigenen Lernen, sondern eher eine Arbeit der Eltern an ihrer Einstellung zum Lernen und ein Sichfreimachen von Erwartungen. Erfahrungsgemäß dauert das, wenn die Eltern offen dafür sind und mit ziehen, etwa vier Sitzungen, bis mir die Coachees strahlend erzählen, sie hätten plötzlich wieder viel mehr Zeit zum Fußball spielen oder Freunde treffen, Mama sei wieder viel entspannter und die Noten hätten sich inkl. Feedbacks der Lehrer merkbar verbessert🙂

Fazit: Lerncoaching lohnt sich!

Hochbegabung bei Kleinkindern? Nicht wirklich leicht zu erkennen…

Ob man Hochbegabung bereits bei Babys oder Klein(st)kinder feststellen respektive vermuten kann, ist eine immer wieder auftauchende Frage unter vermeintlich betroffenen Eltern. Aber auch Erzieher, Kinderärzte und Bekannte jedweder Art, die den Eltern gerne vorwerfen, Eislaufeltern oder „pushy parents“ zu sein, beschäftigen sich mit dieser Frage bzw. eher ihrer Antwort. Lieber solle man den Kindern doch eine echte Kindheit ermöglichen, statt sie mit Wissen voll zu stopfen.

Aus eigener Erfahrung als Mutter und begabungspädagogischer Coach kann ich sagen: Ja, alle Kinder sollten spielen und sich frei entfalten dürfen. Aber nicht jedes Kind definiert „spielen“ so wie die meisten Erwachsenen es für Kinder verstehen. Manche Kinder fordern tatsächlich ungewöhnlich viel Wissen und Informationen aus nicht altersgerechten Themengebieten ein und wollen einfach nicht so spielen, wie wir als Eltern uns das eigentlich vorstellen. Für sie ist lernen spielen. Manche Familien haben auch schon eine ziemlich schwierige Odyssee mit einem älteren Geschwisterkind hinter sich und möchten einfach wissen, ob das kleinere auch „so“ ist, damit man direkt reagieren kann. Außerdem gibt es für das Kleinkind- bis ins Vorschulalter keine Intelligenztests, die den IQ der Kinder sonderlich zuverlässig testen würden. Zu „anfällig“ ist die Ausprägung dieses Persönlichkeitsmerkmals in dem jungen Alter noch auf Müdigkeit, Unlust, Antipathie dem Tester gegenüber, Erkältungen, äußeren Störfaktoren oder auch Rückschritten vor Entwicklungssprüngen.

Das heißt, Eltern evtl. solcher Kinder bleiben relativ lange im Ungewissen, warum ihr Kind „seltsam“ ist, ob sie es fordern/fördern sollen und womit, aber auch, in welchen Bereichen sie sie unterstützen müssen. Wünschenswert wäre es deswegen, auf eine Checkliste* für Hochbegabung bei Kleinkindern zurückgreifen zu können – schon alleine, um die Eltern sicherer im Umgang mit der Situation zu machen und sie seelisch zu entlasten (nichts ist schlimmer, als nicht zu wissen, was los ist). Leider gibt es keine sonderlich umfangreiche Checkliste in diesem Bereich. Lediglich einige frühe Hinweise gibt es nach heutigem Erkenntnisstand. Sie finden Sie hier: Early Signs of Giftedness SILVERMAN

*auch wenn ich Checklisten schwierig finde, da kein Kind jedes Merkmal zeigt und die Merkmale manchmal in ihrer Ausprägung nicht richtig wahrgenommen werden (können)

**aus: Silverman, Linda; „Early Signs of Giftedness“. Gifted Development Center, http://www.gifteddevelopment.com