Hochbegabung bei Kleinkindern? Nicht wirklich leicht zu erkennen…

Ob man Hochbegabung bereits bei Babys oder Klein(st)kinder feststellen respektive vermuten kann, ist eine immer wieder auftauchende Frage unter vermeintlich betroffenen Eltern. Aber auch Erzieher, Kinderärzte und Bekannte jedweder Art, die den Eltern gerne vorwerfen, Eislaufeltern oder „pushy parents“ zu sein, beschäftigen sich mit dieser Frage bzw. eher ihrer Antwort. Lieber solle man den Kindern doch eine echte Kindheit ermöglichen, statt sie mit Wissen voll zu stopfen.

Aus eigener Erfahrung als Mutter und begabungspädagogischer Coach kann ich sagen: Ja, alle Kinder sollten spielen und sich frei entfalten dürfen. Aber nicht jedes Kind definiert „spielen“ so wie die meisten Erwachsenen es für Kinder verstehen. Manche Kinder fordern tatsächlich ungewöhnlich viel Wissen und Informationen aus nicht altersgerechten Themengebieten ein und wollen einfach nicht so spielen, wie wir als Eltern uns das eigentlich vorstellen. Für sie ist lernen spielen. Manche Familien haben auch schon eine ziemlich schwierige Odyssee mit einem älteren Geschwisterkind hinter sich und möchten einfach wissen, ob das kleinere auch „so“ ist, damit man direkt reagieren kann. Außerdem gibt es für das Kleinkind- bis ins Vorschulalter keine Intelligenztests, die den IQ der Kinder sonderlich zuverlässig testen würden. Zu „anfällig“ ist die Ausprägung dieses Persönlichkeitsmerkmals in dem jungen Alter noch auf Müdigkeit, Unlust, Antipathie dem Tester gegenüber, Erkältungen, äußeren Störfaktoren oder auch Rückschritten vor Entwicklungssprüngen.

Das heißt, Eltern evtl. solcher Kinder bleiben relativ lange im Ungewissen, warum ihr Kind „seltsam“ ist, ob sie es fordern/fördern sollen und womit, aber auch, in welchen Bereichen sie sie unterstützen müssen. Wünschenswert wäre es deswegen, auf eine Checkliste* für Hochbegabung bei Kleinkindern zurückgreifen zu können – schon alleine, um die Eltern sicherer im Umgang mit der Situation zu machen und sie seelisch zu entlasten (nichts ist schlimmer, als nicht zu wissen, was los ist). Leider gibt es keine sonderlich umfangreiche Checkliste in diesem Bereich. Lediglich einige frühe Hinweise gibt es nach heutigem Erkenntnisstand. Sie finden Sie hier: Early Signs of Giftedness SILVERMAN

*auch wenn ich Checklisten schwierig finde, da kein Kind jedes Merkmal zeigt und die Merkmale manchmal in ihrer Ausprägung nicht richtig wahrgenommen werden (können)

**aus: Silverman, Linda; „Early Signs of Giftedness“. Gifted Development Center, http://www.gifteddevelopment.com

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