Wieder da

Nach einer ausgedehnten Babypause bin ich wieder da und voller neuer Ideen. Einige davon gehen in den Bereich Umgang mit Medien, ein großer Teil aber wird sich um vermeintlich hochbegabte Kleinkinder drehen – ich werde mich quasi selbst auf machen, Antworten zu finden, wo ich bislang wg fehlender Forschung keine gefunden habe.

Z.B. wird es einen

  • Workshop über Mediennutzung für Kinder und Eltern geben
  • ein „Beipackzettel“ für hochbegabte Kleinkinder bzw. deren Umgebung ist angedacht
  • eine Umfrage dazu, wie das eigene hochbegabte Kind als Baby und Kleinkind war, in den Startlöchern…
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Wie im Deutschkurs für Japaner

Stellen Sie sich vor, Sie bekämen von einem guten Freund oder Verwandten einen Japanischkurs geschenkt. „Super,“ denken Sie, „die Teilnahme habe ich mir schon SOOO lange gewünscht. Endlich darf ich Japanisch lernen!“

Als der Japanischkurs endlich anfängt, stellen Sie fest, dass es einen Buchungsfehler gegeben hat. Sie sind in einem Deutschkurs für Japaner gelandet und müssen ersteinmal teilnehmen. Zunächst mal finden Sie das ganz praktisch, denn Sie können sich entspannen, Ihre Korrespondenz erledigen, sich Gedanken über anstehende Weihnachtseinkäufe machen etc. Am nächsten Tag fragen Sie in der Verwaltung nach, zu wann denn nun der Wechsel in den eigentlich angedachten, für Sie viel interessanteren Kurs stattfinden kann, da sie ja schließlich nicht nur entspannen, sondern vor allem unbedingt was lernen möchten. Es stellt sich heraus, dass Eine Umbuchung für die nächsten vier Jahre nicht möglich sein wird und Sie Ihre Zeit weiterhin in dem Deutschkurs für Japaner verbringen müssen; mit lauter Leuten, die zwar irgendwie nett sind, aber Sie so absolut nicht verstehen können, mit viel Zeit und nichts zu tun, mit der Verpdlichtung, die Zeit im Kurs absitzen zu müssen, aber ohne die Möglichkeit, diese Zeit sinnvoll zu nutzen, etwas zu lernen oder Spaß zu haben.

Wie fühlen Sie sich nach einer Woche? Nach drei Monaten? Nach einem Jahr?

Genauso könnten sich allerhand hochbegabte Kinder in der Grundschule fühlen; entweder unerkannt oder aus diversen Gründen nicht mit ausreichend neuem Lernstoff versorgt, auf jeden Fall aber mit einem Bore Out und seinen diversen Symptomen, die für uninformierte Erwachsene aussehen (können) wie Verhaltensstörungen und Unerzogenheit. 4 Jahre Langeweile können unendlich lang sein…!

 

Medienkonsum (hochbegabter) Kinder & Jugendlicher

Ein oft vorkommendes Thema, finde ich. Sowohl in der Beratung, als auch in Elterntreffs oder in Coachings. Als die DGhK SH an mich herangetreten ist, ob ich das Thema evtl. zu einem Workshop machen könne, musste ich mich dann doch noch etwas intensiver damit auseinander setzen. Theoretisch und praktisch. Einige hochbegabte Jungs und Männer, mit denen ich über das Thema gesprochen habe, haben mir einen Einblick in ihr Spielen gegeben, so dass es mir scheint, dass viele zwar zeitweise exzessiv spielen, aber eher nicht süchtig sind, da sie bei Erscheinen eines spannenden Themas oder einer coolen Aktivität sofort dabei sind und die Spiele nicht (mehr) brauchen.

Besonders spannend fand ich aber die Aussagen zu den Gründen fürs Spielen:

  • die lauten Gedanken werden überspielt
  • es entstehen bei Können unmittelbare Belohnungen
  • die Geschwindigkeit ist selbstreguliert, man muss nicht warten (kein Frust)
  • Ersatzbefriedigung (in der Schule entsteht keine)
  • in der Pubertät Suche nach einem Kick [, den auf Grund der Rezeptorenunempfindlichkeit nur recht krasse Erlebnisse zu vermitteln in der Lage sind]. Durch Ratio Vermeidung von z.B. S-Bahn-Surfen, dafür Games
  • Herausforderung durch Taktikspiele bzw. Aushebeln der Taktik

Mittlerweile war ich mit dem leicht abgewandelten Workshop auch zu einem Eltern- und zwei SchülerInnen-Workshops in der Eilun Feer Skuul eingeladen und war beeindruckt, wieviele kritische Gedanken sich die SchülerInnen über ihren Medienkonsum bzw. Mediennutzung allgemein gemacht haben.

In 2017 wird es einen entsprechenden Vortrag von mir für BeTa in Hamburg geben. Genauere Daten gebe ich selbstverständlich frühzeitig durch.

 

 

Coaching via Skype

Innerhalb Hamburgs oder aus dem Hamburger Umland in die Stadt sind die Wege manchmal so weit oder so ungünstig zurückzulegen, dass für den Coachee eine Anfahrt von über einer Stunde keine Seltenheit ist. Dass dieser Zeitaufwand allerdings in keinem Verhältnis zu einer Stunde Coaching steht, zumal ja auch noch der Rückweg angetreten werden muss, kann man sich problemlos vorstellen.

In solchen und ähnlichen Fällen bietet sich ein Coaching per Skype an. Falls realisierbar findet der erste Termin gerne „live“, das heißt in meinen Räumlichkeiten, statt, damit ein Kennenlernen im echten Leben möglich ist. Für alle weiteren Termine treffen wie uns dann am Computer, auf dem ein Skypezugang vorhanden sein muss, sowie Lautsprecher installiert sein sollten, damit eine Kommunikation möglich ist. Eine Webcam wäre wünschenswert, ist aber nicht unbedingt nötig.

Coaching per Skype

eignet sich z.B. bei…

  • weiten Wegen innerhalb Hamburgs
  • ungünstigen Verkehrsverbindungen
  • dicht getacktetem Terminkalender
  • ansteckenden Erkrankungen
  • Verstauchungen & Brüchen

ist interessant für…

  • Kinder/Jugendliche ab etwa 10 Jahren
  • Computerfreaks
  • Auswärtige
  • eigentlich alle

 Meine Skype-ID: tomkemuellercoaching

Hochbegabte können doch eh alles!

Nö. Warum sollten sie? Und vor allem: wie sollten sie??? Schließlich sind sie auch nur Menschen. Zugegebener Maßen denken sie scheinbar schneller, können sich das Gehörte/Gelesene leichter und nachhaltiger merken, können es abrufen und in neuen Kontexten verknüpfen und brauchen einfach weniger Wiederholungen, bis sie etwas verstanden und internalisiert haben. Aber alles können? Nein, das können sie definitiv nicht.

Auch Hochbegabte haben ihre Schwächen, tatsächlich haben manche sogar eine LRS oder eine Dyslexie, der ein oder andere kann möglicherweise nicht rechnen oder hat Schwierigkeiten in der Handlungsplanung (in den USA nennt man dieses Zusammentreffen mehrerer Phänomene „twice exceptional“). Alles ganz normal also. Schwierig wird das Ganze nur, wenn einem Hochbegabten von außen das Recht auf Fehler oder Schwächen nicht zugestanden wird. Dann verweigern einige allein schon den Versuch, etwas zu schaffen.

Oder wenn es darum geht, eine gewisse Routine zu entwickeln, die in manchen Bereichen wie dem Schreiben einfach nötig ist. Müssen hier 40 A’s in Schönschrift geschrieben werden, verzweifelt so manches Kind an der Aufgabe, hat es doch schon längst kapiert, wie das A auszusehen hat. Vor lauter Unlust werden die A’s immer krummer und unleserlicher, was dann gerne zur Folge hat, dass noch mehr A’s geübt werden müssen, denn die Feinmotorik scheint ja noch nicht so geübt zu sein. Mein Vorschlag in einer solchen oder ähnlichen Situation: alterniert doch einfach die Aufgabe ein wenig! Aus den 40 A’s könnte man zum Beispiel ohne viel Aufwand 40 Wörter, die mit A beginnen machen oder aber eine Geschichte, in der 40 Wörter mit einem A vorkommen – je nach Durchhaltevermögen des Kindes🙂

Ich fände es übrigens ziemlich fatal, alles zu können. Das hieße ja, es gäbe für mich nichts mehr zu lernen oder zu verbessern. Und das wiederum würde für den Rest meines Lebens Langeweile bedeuten😮

Bildquelle: © meoc – Fotolia.com

So selten bin ich?!

Im begabungspädagogischen Coaching werde ich ab und an gebeten, dem Kind zu erklären, was Hochbegabung eigentlich ist, da der Testpsychologe das im Abschlussgespräch unterlassen oder nur mit den Eltern gesprochen hat oder es evtl. auch gar keines gab.

Zwar eignet sich sich eine Gauß’sche Glocke dafür zu zeigen, wo sich das Testergebnis einordnen lässt. Aber gerade jüngeren Kindern fehlt die Vorstellungskraft, sich 2-3% als Menge vorzustellen. Deswegen habe ich versucht, das Ganze mit Metaplankarten und Magneten zu verbildlichen. Je ein Kreis steht für 10 %, der gelbe Viertelkreis symbolisiert die 2-3 % Hochbegabte. So können die Coachees auf einen Blick sehen und verstehen, dass sie nicht falsch, sondern lediglich selten sind – eine wichtige Erkenntnis dabei, gut mit der eigenen Hochbegabung umgehen zu können.

LEGs – der Versuch von Fortschrittlichkeit

Wir haben November. Ein Grund, mal einen Blick auf die LEGs oder Lernentwicklungsgespräche zu werfen, die regelmäßig im November und April eines jeden Jahres statt finden. Ursprünglich fanden viele diese Gespräche gut und fortschrittlich, weil die Kinder mit einbezogen wurden. Meiner Erfahrung nach wird aber leider meistens nur über die Schwächen der Kinder gesprochen und aufgezeigt, was sie noch verbessern müssen, statt die Stärken zu stärken und mit deren Hilfe die Schwächen mitzuziehen. Auch fehlt den Lernvereinbarungen grundsätzlich die Konsequenz. Sowohl im Überprüfen der Maßnahmenumsetzung und Zielerreichung als auch in dem Falle, dass das Kind trotz Unterstützung seinen Teil der Vereinbarung nicht einhält. Das ist übrigens auch einer der Stolpersteine für Lehrer. Auch die schaffen es häufig nicht, ihren Teil dazu beizutragen, dass die Vereinbarungen funktionieren.

Im Coaching funktioniert das hingegen besser. Die Stärken der Kinder werden gesucht, bestärkt und genutzt um die weniger starken Bereiche zu stützen. Außerdem ist eine enge Begleitung in der Überprüfung der Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen und der Zielerreichung vorgesehen.

Interessant? Probiert es einfach mal aus. Gute Tipps findet Ihr dazu im Buch „Lernentwicklungsgespräche in der Grundschule: ein Praxisleitfaden. Anpassbare Kopiervorlagen in Word“ von Hanna Hardeland. Das Buch erscheint im Februar 2017.