Lerncoaching entlastet die Familie

Lerncoaching für den Familienfrieden? JA! Tatsächlich ist eines der häufiger genannten Anliegen seitens der Eltern der Coachees, wieder mehr Zeit für sich oder die ganze Familie zu haben, statt gefühlt endlose Stunden damit zu verbringen, mit dem einen Kind zu lernen.

Der gesellschaftliche und auch der eigene Anspruch verleitet manche Eltern dazu, ihrem Kind etwas Gutes tun zu wollen und es mit dem Lernen dabei doch zu übertreiben. Bis zu fünf Stunden täglich übte ein 11jähriger Coachee für Arbeiten! Und doch blieben die gewünschten Resultate aus. Im Gegenteil, die Zensuren wurden eigentlich eher schlechter denn besser. Eine andere Familie konnte nicht mehr in Frieden miteinander zu Abend essen, weil durch das beaufsichtigte Lernen die familiäre Atmosphäre so vergiftet war – der Sohn fand, er müsse viel zu viel lernen, die Eltern waren der Meinung, er sei nicht ausreichend schnell und mache zu viele Fehler, so dass die tägliche Lernzeit oft noch verlängert wurde, um befriedigendere Ergebnisse zu erzielen.

Vor lauter Verzweiflung, dass „es“ nicht klappt, verliert man als Elter schnell mal aus dem Blick, dass Kind sich eigentlich bestenfalls eine Stunde konzentrieren kann. Dass auch Entspannung, Spielen und Blödsinnmachen zum Lernen dazu gehört, ja eigentlich sogar eine Voraussetzung für nachhaltiges Lernen ist.

Ein Lerncoach als neutraler Beobachter kann hier weit besser als die Beteiligten dabei helfen, eine neue Linie ins Lernen hinein zu bringen und sowohl Lernstrategien als auch Lernpläne zu generieren und zu implementieren, die den Familienfrieden wieder herstellen und plötzlich viel neu gewonnene Freizeit verursachen. Oft ist das weniger eine Arbeit des Kindes am eigenen Lernen, sondern eher eine Arbeit der Eltern an ihrer Einstellung zum Lernen und ein Sichfreimachen von Erwartungen. Erfahrungsgemäß dauert das, wenn die Eltern offen dafür sind und mit ziehen, etwa vier Sitzungen, bis mir die Coachees strahlend erzählen, sie hätten plötzlich wieder viel mehr Zeit zum Fußball spielen oder Freunde treffen, Mama sei wieder viel entspannter und die Noten hätten sich inkl. Feedbacks der Lehrer merkbar verbessert🙂

Fazit: Lerncoaching lohnt sich!

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Hochbegabung bei Kleinkindern? Nicht wirklich leicht zu erkennen…

Ob man Hochbegabung bereits bei Babys oder Klein(st)kinder feststellen respektive vermuten kann, ist eine immer wieder auftauchende Frage unter vermeintlich betroffenen Eltern. Aber auch Erzieher, Kinderärzte und Bekannte jedweder Art, die den Eltern gerne vorwerfen, Eislaufeltern oder „pushy parents“ zu sein, beschäftigen sich mit dieser Frage bzw. eher ihrer Antwort. Lieber solle man den Kindern doch eine echte Kindheit ermöglichen, statt sie mit Wissen voll zu stopfen.

Aus eigener Erfahrung als Mutter und begabungspädagogischer Coach kann ich sagen: Ja, alle Kinder sollten spielen und sich frei entfalten dürfen. Aber nicht jedes Kind definiert „spielen“ so wie die meisten Erwachsenen es für Kinder verstehen. Manche Kinder fordern tatsächlich ungewöhnlich viel Wissen und Informationen aus nicht altersgerechten Themengebieten ein und wollen einfach nicht so spielen, wie wir als Eltern uns das eigentlich vorstellen. Für sie ist lernen spielen. Manche Familien haben auch schon eine ziemlich schwierige Odyssee mit einem älteren Geschwisterkind hinter sich und möchten einfach wissen, ob das kleinere auch „so“ ist, damit man direkt reagieren kann. Außerdem gibt es für das Kleinkind- bis ins Vorschulalter keine Intelligenztests, die den IQ der Kinder sonderlich zuverlässig testen würden. Zu „anfällig“ ist die Ausprägung dieses Persönlichkeitsmerkmals in dem jungen Alter noch auf Müdigkeit, Unlust, Antipathie dem Tester gegenüber, Erkältungen, äußeren Störfaktoren oder auch Rückschritten vor Entwicklungssprüngen.

Das heißt, Eltern evtl. solcher Kinder bleiben relativ lange im Ungewissen, warum ihr Kind „seltsam“ ist, ob sie es fordern/fördern sollen und womit, aber auch, in welchen Bereichen sie sie unterstützen müssen. Wünschenswert wäre es deswegen, auf eine Checkliste* für Hochbegabung bei Kleinkindern zurückgreifen zu können – schon alleine, um die Eltern sicherer im Umgang mit der Situation zu machen und sie seelisch zu entlasten (nichts ist schlimmer, als nicht zu wissen, was los ist). Leider gibt es keine sonderlich umfangreiche Checkliste in diesem Bereich. Lediglich einige frühe Hinweise gibt es nach heutigem Erkenntnisstand. Sie finden Sie hier: Early Signs of Giftedness SILVERMAN

*auch wenn ich Checklisten schwierig finde, da kein Kind jedes Merkmal zeigt und die Merkmale manchmal in ihrer Ausprägung nicht richtig wahrgenommen werden (können)

**aus: Silverman, Linda; „Early Signs of Giftedness“. Gifted Development Center, http://www.gifteddevelopment.com

Wie funktioniert Coaching eigentlich?

Jedes Coaching sieht – je nach Bereich, Anliegen und Coachee – ein bißchen anders aus, ist ja klar. Aber der grobe Ablauf ist immer der gleiche. Der Klient kommt mit einem Anliegen zum Coach und erarbeitet sich durch dessen Leitfragen ein Ziel, das er präzise formuliert.

Wieder durch Fragen geleitet aktiviert der Coachee seine Ressourcen, buddelt also quasi aus, was er gut kann, wann er schon mal etwas geschafft hat und wie er das für seine aktuelle Zielerreichung nutzen kann. Durch weiteres Nachfragen und fachlich/thematisch passende Mini-Inputs seitens des Coaches erarbeitet sich der Klient dann Maßnahmen, mit deren Hilfe er nachfolgend versuchen wird, sich auf den Weg zum Ziel zu begeben.

Während dieser „Reise“ treffen sich Coach und Coachee, um jeweils zu überprüfen, ob und inwieweit die Maßnahmen fruchten, was geändert werden kann/soll und ob sich möglicherweise ein ganz anderes Thema als Anliegen herausgestellt hat. Der Coachingprozess ist vorerst beendet, wenn der Coachee das Ziel zu seiner Zufriedenheit erreicht hat oder sich auf einem guten Weg dahin befindet.

Wie so ein Coaching aussehen kann, könnt Ihr HIER ausschnittsweise sehen. Beschrieben wird eine erste Coachingsitzung mit Zielfindung.

Lerncoaching ist so teuer

Lerncoaching ist teuer. Das stimmt – zumindest auf den ersten Blick betrachtet. Tatsächlich ist es mittel- und langfristig gesehen deutlich günstiger als Nachhilfe. Denn um die Lücken im Lehrstoff zu füllen, bekommen viele Kinder & Jugendliche endlos lang teure Nachhilfestunden im Wert von 1.000 Mio €/Jahr – oftmals ohne signifikanten und vor allem langfristigen Effekt. Eigentlich nicht verwunderlich, wenn man sich überlegt, dass ihnen ohne Lerncoaching nachwievor die passenden Lernstrategien fehlen. Und eben dieses Fehlen ist in 90% der Fälle neben ungünstigen Lernbedingungen der Grund für schlechte Zensuren und Hausaufgabenstress in der Familie.

Hier setzt Lerncoaching an. Der Coachee als Experte für sich selbst geht mit dem Lerncoach gemeinsam auf die Suche nach den eigenen Ressourcen, die ihn befähigen können, künftig effektiver und lieber zu lernen. Ganz „nebenbei“ lernt der Coachee fürs Leben, entdeckt seine Stärken, lernt sie zu nutzen und macht dabei/damit eine dauerhafte Selbstwirksamkeitserfahrung, die ihn befähigt, sich auch in neuen Lernsituationen und mit neuem Lernstoff selbständig zurecht zu finden.

Positiv schlägt sich Lerncoaching somit nicht nur in den Zensuren nieder, sondern auch im Selbstbewusstsein und der Selbständigkeit des Coachees und der innerfamiliären Stimmung, da nicht mehr so endlos lange Hausaufgaben gemacht und gemeinsam auf Klassenarbeiten gelernt werden muss.

Bild: © tritooth – 123rf.com